HDW: Zukunft unter dem Kiel
Mit rund 2.300 Mitarbeitern am Standort Kiel steht HDW für anspruchsvolle, hoch entwickelte Technologien und Fertigungsmethoden im Schiffbau. Die Werft ist Kompetenzzentrum für den Bau der modernsten nicht-nuklearen U-Boote der Welt und führend beim Einsatz von serienreifen Brennstoffzellenantrieben. Auch bei der Fertigung anspruchsvoller ziviler Schiffe überzeugte HDW durch perfektionierte Schiffbaukunst.
Seit Januar 2005 ist HDW Teil des Werftenverbundes ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Dieser Verbund umfasst sechs Standorte in Deutschland, Schweden und Griechenland.
Ein Unternehmen mit Weltruf - aber die Anfänge waren eher bescheiden. Am 1. Oktober 1838 - Kiel war damals noch dänisch - meldete das "Wochenblatt zum Besten der Armen in Kiel", dass Johann Schweffel und August Ferdinand Howaldt "seit dem 1sten dieses Monats die auf der Rosenwiese befindliche Maschinenbau-Anstalt in Verbindung mit einer Eisengießerei unter der Firma von Schweffel & Howaldt für gemeinschaftliche Rechnung betreiben." Als Werft begann das Unternehmen nicht. Vielmehr verließen Dampfmaschinen, Dampfkessel, landwirtschaftliche Maschinen, Öfen oder Kochgeschirr die Werkstatt. Und der erste Schritt zum Schiffbau war eher Zufall. Denn dass Schweffel und Howaldt im deutsch-dänischen Krieg 1851 mit dem "Brandtaucher" das erste U-Boot bauten, das nach modernen Grundsätzen konstruiert war, lag nur daran, dass die dänischen Truppen dem vorgesehenen Bauort Rendsburg zu nahe gerückt waren.
Der Schiffbau unter dem Namen Howaldt begann 1865 mit einem kleinen Dampfer, der den Namen "Vorwärts" trug - damals ein Allerweltsname, heute klingt er wie ein Symbol für die Zukunft der Werft. Aber um die Jahrhundertwende gehörten die Howaldtswerke schon zu den bedeutenden Werften in Deutschland. Sie hatten bis dahin bereits 390 Dampfer aller Art gebaut. Am Standort in Dietrichsdorf entstand eine breite Palette ziviler, aber auch (wenn auch in kleineren Stückzahlen) militärischer Schiffe. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte eine Krisenzeit, eine Fast-Pleite (1926) mit anschließender Rettung, die Ausweitung nach Hamburg, wo eine vorher schon vorhandene Werft ab 1930 als neuer, aber zeitweilig selbstständiger Betriebsteil (bis 1985) existierte und schließlich 1937 die zeitweise Übernahme durch die Kriegsmarine.

